Bundesanstalt Technisches Hilfswerk

Ortsverband Eschweiler

Übung mit LZ 11+12 und anschliessendem Einsatz 27.06.2009


Von der Übung in den Einsatz

Kurz nach der Beendigung einer gemeinsamen Übung zwischen den Einheiten des Abschnittes 1 der Freiwilligen Feuerwehr Eschweiler und des THW Ortsverbandes Eschweiler wurden die Einheiten in einen stundenlangen

Unwettereinsatz gerufen.

Doch zunächst zum Übungsteil am Samstag, dem 27.06.2009.

Auf dem Firmengelände des Bagger- und Raupenreparaturbetriebes Wagner an der Aachenerstraße trafen sich um 14:00 Uhr die Feuerwehreinheiten der Löschzüge 11 und 12 aus dem Bereich Eschweiler Stadtmitte und der Technische Zug des THW Ortsverbandes Eschweiler.

In einer gemeinsamen Schadenslage sollte das Zusammenspiel der Einheiten vertieft werden und so hatten sich die Übungsvorbereiter einige knifflige Aufgaben ausgedacht. So war zum Beispiel eine eingeklemmte Person unter einer Stahlplatte zu bergen und eine weitere aus einem brennenden Bereich zu retten. Für einen Dachstuhlbrand und die Kühlung von Gefahrgut-LKW’s waren größere Wassermengen aus der nahen Inde zu entnehmen und mittels Brennschneidgerät war ein Durchgang durch eine Stahlplatte zu erstellen.

Die Aufgabenverteilung erfolgte aus einer gemeinschaftlich geführten Einsatzleitung heraus und hier wurden Fachbegriffe und Einheitsbezeichnungen intensivst ausgetauscht. Nach rund 2 Stunden beendeten die Übungsleiter die erfolgreich verlaufene Gemeinschaftsübung und man wollte den Tag beim gemeinsamen Grillen in der THW Unterkunft ausklingen lassen.

Jedoch nach nicht mal einer Stunde gemeinsamem Zusammensitzen und den ersten Grillwürsten zog ein heftiges Unwetter über das Eschweiler Stadtgebiet. Bereits wenige Minuten nach dem einsetzenden Starkregen gingen auch schon gegen 17:40 Uhr die Melder der anwesenden Feuerwehrkameraden und kurz darauf mussten auch die Mannen um THW Zugführer Gordon Sander hinterher.

Land unter wurde aus mehreren Stadtteilen gemeldet und es wurde zusätzlich zum Gesamtwehralarm auch noch Kräfte der Feuerwehr aus Stolberg angefordert. Insgesamt wurden bis in die frühen Morgenstunden rund 110 Einsatzstellen von den eingesetzten 197 Helfern abgearbeitet.

Besonders betroffen waren die Stadtteile Weisweiler, Hücheln, Nothberg, Stadtmitte und Dürwiß mit einer Vielzahl von überfluteten Kellern und die Kölner Straße von Weisweiler Richtung Langerwehe die auf einer Länge von rund 200 Metern mit 40 cm Schlamm überspült wurde und bis 6:00 Uhr am Sonntagmorgen gesperrt werden musste.

Die THW Helfer stellten zwei Einsatztrupps und die 17 vor Ort tätigen Helfer setzten 2 Tauchpumpen des Typs TP8 und eine TP4 ein. Für die Männer um Gordon Sander waren mehrere Einsatzstellen auf der Gartenstraße, an der Südstraße, der Lindenstraße, an der Hüchelnerstraße nähe der Nothberger Burg und auf der Röthgenerstraße abzuarbeiten.

Gegen 20:00 Uhr hatte man die Lage so weit unter Kontrolle, dass es für die THW Kräfte zum Einrücken in die Unterkunft kam doch schon nach wenigen Minuten und kein Kotelett weiter ging es wieder raus. Diesmal wurden die THW’ler an die neu gebaute Bahnstrecke der Euregio-Bahn zwischen Weisweiler und Langerwehe gerufen.

Dort waren Teile der Eisenbahnstrecke vom Starkregen und dem dabei abfließenden Wasser aus den Feldern unterspült worden. Gemeinsam mit der Betreibergesellschaft der Euregiobahn, der EVS, wurden bis gegen 2:00 Uhr nachts Sicherungsmaßnahmen im unterspülten Bereich durch das THW vorgenommen. Dazu wurden mittels Radlader, Kipper und Kippanhänger größere Bereiche eines vorhandenen Lärmschutzwalls aus Erde abgetragen und im ausgewaschenen Bereich verfüllt. Im Anschluss daran wurden auch noch 6 Sattelzüge Schottersteine abgekippt und in die am stärksten betroffenen Bereiche eingebracht.

Als die letzten THW-Kräfte die Unterkunft am Florianweg erreichten waren durch die insgesamt 22 eingesetzten Helfer des Ortsverbandes bei diesem Unwetter insgesamt 222 Einsatzstunden abgeleistet worden, 51 bei den Pumparbeiten und 171 für das Auffüllen der Bahnstrecke. Die Reinigungsarbeiten an den Fahrzeugen sorgten schließlich dafür, dass die Helfer erst in den frühen Morgenstunden an Schlaf denken konnten.

Für die Bilder bedanken wir uns bei der Feuerwehrpresse.org.