Bundesanstalt Technisches Hilfswerk

Ortsverband Eschweiler

Geschichte des OV´s



Als in den 50-ziger Jahren, genau genommen liegen ab 1953 schriftliche Aufzeichnungen vor, in Eschweiler von Hans Ebels der Ortsverband des THW gegründet wurde lagen ganz andere Voraussetzungen für den Zivilschutz vor als das heute der Fall ist.

(Als der THW Ortsverband Eschweiler ins Leben gerufen wurde musste diese Organisation natürlich der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dies geschah hauptsächlich in der lokalen Presse. Auch über unsere Anfänge lagen einige Presseartikel vor, jedoch lieh sich ein "Helfer" den Ordner aus und seitdem sind "Helfer" und Ordner verschwunden. Trotz der Lücken in den Jahren 1953-1957 und 1961-1965 erlauben die verbliebenen Artikel einen interessanten Rückblick.)

Lesen Sie nun wie der Ortsverband Eschweiler in den folgenden Jahren wuchs und sich zu dem entwickelte was er heute ist, eine lebende Einheit zum Wohle der Allgemeinheit.

Im Jahre 1950 erhielt der ehemalige Leiter der Technischen Nothilfe (TN), Otto Lummitsch durch den damaligen Innenminister Heinemann den Auftrag eine technische Einheit zur Katastrophenabwehr aufzubauen.

Obwohl in der Bevölkerung noch mehr oder weniger der "Ohne mich" Standpunkt vorherrschte, gründete der Major der Schutzpolizei a.D., Hans Ebels, im Herbst 1953 (am 09.09.) nach einem Aufruf an die Bürger der Stadt Eschweiler den Ortsverband Eschweiler des Technischen Hilfswerkes. Und in der Tat : Es fanden sich einige, vor allen Dingen junge Leute, die bereit waren bei Unfällen und Katastrophen technische Hilfe zu leisten. Gemäß einem Schreiben vom Landesverband NRW (Landesverbandsleiter Dr. Gibsone) vom 20.07.1953 an Herrn Ebels freut sich Herr Gibsone über dessen Bereitschaft zur Übernahme der kommissarischen Leitung des Ortsverbandes und beauftragte ihn mit der Leitung des OV/3 Eschweiler.

Am 16.09.1953 wurde der erste Tätigkeitsbericht (Monate August und September über Helferwerbung) an den LV gegeben. Aus diversen Eschweiler Unternehmen wurden bereits einige Fahrzeuge, Gerätschaften und Männer in Listen für "Stille Bereitschaften" geführt. Am 19.11.53 umfasste diese Liste 370 Männer, 16 LKW's, Schweißapparate, Sprenggeräte, Geräte zum Brückenschlagen, diverse Kabel und Verlegegeräte sowie Werkzeuge und Geräte für Erdbewegungen, Stark- und Schwachstrom.

Im Juli 1954 sind 78 Personen als THW-Mitglieder erfasst und teilweise bereits ausgebildet (im Oktober 1954 bereits 122).

Die ersten Zusammenkünfte fanden in der Wohnung des Gärtnermeisters Wilhelm Wynands statt. Er hatte die Aufgabe der Ausbildung übernommen. Als erste Unterkunft nutzte man zwei Kellerräume der Berufsschule in der alten Kaserne an der Preyerstrasse. Beschrieben wird 1956 der Übungsraum als kleiner Kellerraum. Auf engstem Raum wurde das Gerät, ein paar Schubkarren, ein paar Halte- und Bindeleinen und die so genannte Bekleidung untergebracht. (Der beige Einsatzanzug war nach einigen Wäschen so weiß, das man sagte "Da kommen die Anstreicher"). Ein kleiner abgetrennter Verschlag diente als "Schreibstube".

 

 (Ortsbeauftragter Ebels und Ausbilder Wynands)

 Laut Zeitungsberichten nahm schon 1956 eine Gruppe mit 8 Helfern an einer Übung in Düren teil und zwar baute man am 10.07.1956 einen Tonnensteg. Im September 56 war die Helferzahl auf 157 angewachsen.

Die folgenden Jahre wurden zur Vertiefung der Ausbildung genutzt. Die Leitung lag, wie schon gesagt, in den Händen von Wilhelm Wynands. Er verstand es, mit Begeisterung die Ziele des THW den jungen Leuten klar zumachen. Da man noch nicht über eigene Fahrzeuge verfügte, kam zu jedem Ausbildungsabend der hauptamtliche Kraftfahrer und Gerätewart, Martin Schnitzler aus Aachen mit seinem Gerätekraftwagen.

Am 27.07.1957 fand eine Einsatzübung von 10 Helfern mit dem Bau eines Beselersteges statt. Werbung wurde zu dieser Zeit auch über Diapositive in den örtlichen Kinos gemacht.

Im Februar 1959 fand in der Berufsschule ein großer Werbeabend statt. Die Eschweiler Presse berichtete darüber, aber der Abend fand nur mäßige Resonanz. Im März 1959 stehen dem OV 5 PKW's und 7 Kräder (alles Helfereigen) für 168 Helfer zur Verfügung. Am 26.09. des gleichen Jahres fand auf dem Gelände der ehemaligen Drahtfabrik an der Mühlenstr. (heute Gelände am Arbeitsamt) eine Einsatzübung der Ortsverbände Aachen, Düren, Eschweiler und Stolberg mit 59 Helfern satt. Zu essen gab es "Kugellagersuppe", ein THW-Spezialausdruck für Erbsensuppe zu jener Zeit.

In den Jahren 1960 bis 1963 veranstaltete der Ortsverband selbst einige interessante Übungen und nahm an der Ausbildung befreundeter Organisationen teil. So beteiligte sich der Ortsverband mit 20 Helfern an der Kreisübung des Kreises Aachen in Gemünd und baute einen "Beselersteg". In der Presse wurde zu dieser Übung am 21.05.1960 mit den Worten "Die Teilnahme aller arbeitsfreien Helfer wird erwartet" aufgerufen.

(Bau eines Beselersteges bei einer Übung in Gemünd 1960)

 Im Mai 1963 kam es zum ersten von vielen Umzügen des Ortsverbandes. Man zog in die Räume der alten Polizeiwache an der Wollenweberstraße. Dort fand man vier große Räume vor in denen Bekleidung und Ausrüstung untergebracht werden konnte.

Da sich der Ortsverband auf Behelfsbrückenbau spezialisiert hatte, erhielt er von der Stadt den Auftrag im Eschweiler Stadtwald einen festen Steg für die Waldbesucher zu bauen. Unter Leitung von H. Ebels und W. Wynands entstand in viermonatiger Bauzeit eine Brücke von 19 Meter Spannweite. Im März 1964 wurde die Brücke vom damaligen Bürgermeister W. Gourissen der Öffentlichkeit übergeben.

Am 25.03.1964 wird dem OV mitgeteilt, dass für die LS-Gruppe ein Mannschaftskraftwagen zugeteilt werden soll, wenn für die nötige Unterkunft, Pflege, Wartung und Kraftfahrer gesorgt ist. Am 05.10.64 wird der Ausbildungsplan der 15.LS-Bereitschaft des LSHD (Luftschutzhilfsdienst) unter der Leitung von Franz Pastor genehmigt.

Im Herbst des gleichen Jahres verstarb allzu früh der erste Ortsbeauftragte des Ortsverbandes Hans Ebels. Fast alle Helfer gaben ihm in Mönchengladbach das letzte Geleit.

Am 20. Januar 1965 übernahm der Ingenieur Josef Käfer die Geschäfte des Ortsbeauftragten. Unter seiner Führung wurde der Ortsverband stetig weiterausgebaut. Im Juni standen bereits über 200 THW-Helfer, Feuerwehrleute und Sanitäter bei einer Katastrophenübung im Wald bei Süssendell ihren Mann. Hierbei hatte der OV Eschweiler die Aufgabe, mehrere Bäche für die Wasseraufnahme durch die Feuerwehr zu stauen.

War die erste Brücke im Wald noch unter der Leitung von Hans Ebels entstanden, so baute man unter Aufsicht von Josef Käfer im Herbst 1966 die Zweite. 13 Meter lang, 2,20 Meter breit, überspannte sie in drei Meter Höhe einen Teich auf einem Hauptwanderweg. Am 10.12.1966 wurde der erste echte Katastropheneinsatz gefahren. Ein Überlaufen der Dreilägerbachtalsperre und starke Regenfälle brachte an der Inde einen Pegelstand von 2,43 m und führte zu Schäden in Millionenhöhe. Gegen 18 Uhr wurde der Ortsverband alarmiert, und schon kurze Zeit später standen 40 Helfer im Einsatz. Die Holzbrücke zwischen Wollenweberstraße und Uferstraße drohte vom Wasser fortgerissen zu werden. Mit Halteleinen und Drahtseilen wurde die Brücke gesichert, und überstand das Hochwasser unbeschadet. An den Häusern der Uferstraße wurden die Kellerfenster mit Sandsäcken abgedeckt und die Ufermauern gesichert ? eine Katastrophe für die Altstadt wurde so vermieden. Desweiteren errichtete der Ortsverband eine Baubaracke als Unterstützung für die Licht- und Kraftwerke die dort eine provisorische Energieversorgung einrichten mussten. Nachdem die Helfer die ganze Nacht über im Einsatz waren, wurde der Alarm am 11. Dezember gegen mittag aufgehoben.

Anfang Mai 1968 bezog man eine neue Unterkunft in einem Seitengebäude der ehemaligen Badeanstalt an der Kaiserstraße nachdem die Räume an der Wollenweberstraße zu klein geworden waren und das Gebäude in der Altstadt auf der Abbruchliste der Stadt stand.

Die Zahl der Helfer wuchs zwischenzeitlich weiter. Es wurden Gruppen zur überörtlichen Bergungsbereitschaft des Luftschutzhilfsdienstes (LSHD) aufgestellt. Der OV Eschweiler stellte den 2. Zug der 15. Bergungsbereitschaft, unter Zugführer Hans Güßgen und Franz Pastor. Die Regelung im LSHD wurde später aber wieder aufgehoben, und der OV verfügte so über zwei komplette Bergungszüge.

Josef Käfer wurde 1971 vom Landesverband zum Kreisbeauftragten ernannt und erhielt im März 1972 in Anerkennung seiner Arbeit um das THW das Helferzeichen in Gold.

Auch während der folgenden Jahre wurde der OV bei technischen Hilfeleistungen eingesetzt, so zum Beispiel bei der Uferentrümpelung am Rursee, beim Bau eines Fußweges und einer 80 Meter langen Naturtreppe an der Eschweiler Kippe. Man arbeitete mit bei der Errichtung des Hubschraubelandeplatzes am Kreiskrankenhaus und auf der Autobahn wurden verunglückte Lastzüge geborgen.

Zwischenzeitlich wurde der dritte Umzug getätigt. Von der Kaiserstraße ging es wieder zur Kaserne an der Preyerstraße. Hier standen nun alle Räume optimal zur Verfügung.

1974 wurde dem OV ein kompletter Fernmeldezug angegliedert, der vorher unter der taktischen Bezeichnung 12.FMZ (mot) dem Regierungspräsidenten unterstand.

Öffentlichkeitsarbeit muss sein, und so fand am 11. bis 12. Oktober 1975 auf dem Kasernenplatz ein "Tag der offenen Tür" sowie eine Ausstellung in der Fußgängerzone statt.

Im Oktober 1976 hatte die Eschweiler Presse erneut Gelegenheit über den Ortsverband zu berichten. Die Brücke an der Neustraße musste für den gesamten Verkehr gesperrt werden. Schon gleich nach der Sperrung hatte sich die Stadtverwaltung mit OB Käfer in Verbindung gesetzt, um baldmöglichst eine Behelfsbrücke für Fußgänger zu errichten. 

 

(Bau einer Behelfsbrücke an der Neustr.)

Nach kurzen Vorarbeiten durch Arbeiter der Stadt wurde an einem Samstagmorgen in wenigen Stunden eine 25 Meter lange, und drei Meter breite Notbrücke errichtet. Bürgermeister Fritz Koch bedankte sich am Nachmittag persönlich bei den Helfern.

Josef Käfer musste Ende des Jahres aus gesundheitlichen Gründen das Amt als Ortsbeauftragter zur Verfügung stellen. Zum Nachfolger wurde im Juni 1977 sein Stellvertreter Albert Sturm ernannt.

Im Laufe des Jahres 1977 fanden Übungen auf Orts- und Zugebene statt. In der näheren Umgebung und auf den Übungsplätzen Bärenstein und Vogelsang wurde unter den Zugführern Hans-Peter Güßgen und dem zur damaligen Zeit sehr agilen und aktiven Hans-Josef Hochhaus alle Varianten der Bergung geübt.

Der gesellige Teil der Ortverbandsarbeit durfte natürlich auch nicht fehlen. So wurde jeweils zum Abschluss des Jahres ein Kameradschaftsabend zusammen mit den Frauen veranstaltet.

Auf einer Helferversammlung gab es an der Spitze des OV 1978 wieder einen Wechsel in der Führung. Albert Sturm wurde zum Kreisbeauftragten des Kreises Aachen ernannt. Neuer Ortsbeauftragter wurde im Februar '78 Peter Breuer. Als Zugführer des Fernmeldezuges hatte er den Aufbau des Katastrophenschutzes seit 1961 mitgestaltet. Unter seiner Leitung standen nun rund 90 Helfer in 2 Bergungszügen, und einem Fernmeldezug. Sie schickten sich nun an, in einer wiederum neuen Unterkunft im Stadtteil Weisweiler, das Fest des 25jährigen Bestehens zu feiern.

Kurz vor Ostern 1978 verunglückte auf der BAB ein Lastzug welcher mit einer Ladung Qualitätswein nach Antwerpen unterwegs war. Selten haben die Helfer so schnell, fleißig, und vorsichtig eine havarierte Ladung gelöscht.

Das Fest des 25jährigen Bestehens wurde mit einer Ausstellung in der Fußgängerzone gefeiert. Bei der Unterkunftseinweihung am gleichen Tag war auch der damalige Direktor Herr Dipl.-Ing. Hermann Ahrens zugegen.

1979 fanden Besichtigungen, so u.a. bei der NATO in Brunsum/NL, beim RWE Pumpspeicherwerk in Vianden/Lux., statt. Im Oktober folgte ein Realeinsatz, Abstützungen an einer ausgebrannten Scheune im Stadtteil Röhe.

  

(Abstützeinsatz nach einem Brand in Röhe)

Das Jahr 1980 begann mit einer Beteiligung an einer Ausstellung des BVS im Rathaus der Stadt. Hier wurden Modelle und Schaubilder aus der Arbeit präsentiert. Zu einem Einsatz wurden die Helfer nach Hücheln gerufen, ein LKW hatte die Fassade eines Hauses eingerissen. Alarm, und noch in der Nacht mussten Abstützungen angebracht werden.

Im März 1980 folgte ein markanter Punkt in der Geschichte des OV: Franz Pastor übernahm die Verantwortung für die Geschicke des Ortsverbandes als OB. Wie man heute weiß, soll es eine 18jährige, stets aufwärts steigende Arbeit von "Mister THW" werden.

Übungen in Vogelsang unter Leitung von Zugführer Wolfgang Friebe, Besuche bei der BF in Köln und eine neue Brücke im Stadtwald waren weitere prägende Ereignisse im Jahr.

Im Stadtwald war im März 1981 eine große Säuberung, zusammen mit anderen Organisationen, angesetzt. Die Fraktionen von SPD und CDU waren an 2 Terminen zu Gast in der Unterkunft machten sich ein Bild von der Arbeit des THW, und sagten Unterstützung im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu.

Bei der Gründungsversammlung zum Förderverein des THW's, der THW-Helfervereinigung fanden sich am 15. April interessierte Helfer und wählten folgenden ersten Vorstand: 1.Vorsitzender Erwin Emmerich, 2.Vorsitzender Heinz-Werner Bodelier, Schatzmeister Walter Litzba.

Im Juni sicherten die Helfer bei einem Hochwasser der Inde an der Brücke Bergratherstraße die Strom und Versorgungskabel welche an der zur Zeit renovierten Brücke abzureißen drohten.

Die Bildung einer Jugendgruppe unter der Leitung von Rainer Lange und die Teilnahme an der Stabsrahmenübung in Raffelsbrand beendeten das Jahr.

Im Frühjahr 1982 befand sich der gesamte OV bei einer verlagerten Standortübung in Wesel an der Katastrophenschutzschule des Landes.

Eine 1. gemeinsame Alarmübung mit dem LZ 11 + 12 der Feuerwehr im Schulzentrum Stadtmitte zeigte gute Resultate. Realitätsnähe kam dabei Dank der hervorragenden Schmink- und Schauspielkünste der Aachener MHD-Helfer auf. Lief bei der Erstellung einer stationären Hängebrücke im Wald bei Dreistegen im Juli der Schweiß, so liefen bei einem Unwetter am 18.09.82 bei St. Jöris die schweren Pumpen stundenlang, um das Wasser aus den Kellern und Straßen zu beseitigen. Hier staunte die Einsatzleitung nicht schlecht, als innerhalb einer Stunde schwere Pumpen, aus Düsseldorf angefordert, mit je über 5000 Liter / Minute die Felder leer fegten. Und um das ganze zu versüßen musste im Oktober ein LKW, mit Pudding, beladen, geborgen werden.

Erich Berschkeit, Bürgermeister der Stadt Eschweiler und Bundestagsabgeordneter übernahm im Januar 1983 von Erwin Emmerich den Vorsitz der THW-Helfervereinigung. Lange Jahre war seine Arbeit ein Plus für unsere Organisation. Franz Pastor, OB, war 25 Jahre aktiv im THW tätig und wurde in einer Feierstunde mit dem Ehrenzeichen in Silber vom Direktor ausgezeichnet.

Bei einem Indehochwasser im Mai wurden mehrere tausend Sandsäcke gefüllt und verbaut.

Die Feuerwehr und das THW übten bei einer gelungenen Alarmübung zu nächtlicher Stunde in Dreistegen (Monschau). Das Üben immer von Vorteil ist zeigte sich bei 2 Realeinsätzen an der Schnellengasse (dort war ein baufälliges Altstadthaus zu sichern) und bei einem Großfeuer in Dürwiß wo der OV von der Feuerwehr angefordert wurde.

Im August erhielt der OV 4 neue Fahrzeuge (3 MKW's und 1 GBKW des Fernmeldezuges) als Ersatz für 25 Jahre alte Fahrzeuge.

Während dieser ganzen Jahre ist der Fernmeldezug aber auch nicht untätig. War beim Aachener Reitturnier oder beim Ausfall von Telefonleitungen der Zug unter Leitung von Rudolf Lechleitner aktiv, so folgte auch hier jetzt ein Wechsel, und Jürgen Kleinen übernahm im Januar 1984 die Führung.

Kurz vor Karneval führte die Inde erneut Hochwasser diesmal mit einem Pegel von 2,29 Meter.

In der Presse wurden Diskussionen über den Standort einer neuen Unterkunft geführt.

Nach fünf Jahren wurden anlässlich unserer 30-Jahrfeier im Juni in der Fußgängerzone und auf dem Markt nochmals große Gerätschaften des THW gezeigt. Bei einem BAB?Einsatz wurde Apfelmus geschleppt und die Damen und Herren Richter vom Amtsgericht informierten sich über das THW. Hintergrund war unser Antrag zur Zuweisung von Bußgeldern an die Helfervereinigung aus entsprechenden Bescheiden.

Der Januar 1985 begann mit einer kalten Phase. Aus der teilweise gefrorenen Inde musste ein PKW geborgen werden.

  

(PKW-Bergung aus der Inde)

  

(Großbrand Fa. Wenzel & Weidmann, Jülicherstr.)

Dagegen wurde es im März ziemlich heiß. Das Mineralölwerk Wenzel & Weidmann stand in Flammen. Dies war im wahrsten Sinne des Wortes eine Katastrophe. Über 500 Helfer von FW, THW, DRK und Polizei standen 3 Tage im Einsatz, ehe sich die Lage normalisierte. Alle Medien berichteten im großen Stil darüber. Hier darf der große Einsatz der THW-OV's aus Stolberg, Alsdorf, Würselen etc., die uns unterstützten, nicht vergessen werden.

Aber auch das ging vorüber, und die Jugendgruppe nahm unter der Leitung des heutigen Geschäftsführers Wolfgang Friebe am Landeswettkampf in Dortmund mit Erfolg teil, und segelten im Sommer auf dem Isselmeer/NL.

Knatsch und Krach gab es um die Lotterie "Ein Wagen für den Sudan" der THW-Helfervereinigung, die THW-Leitung in Bonn beanstandete Aussage auf den Plakaten, aber die Aktion kann zu Ende geführt werden.

Und noch ein positiver Punkt ist in 1985 zu vermelden. Drei Helfer des OV Eschweiler (Michael Wipperfürth, Harald Birven und Georg Göbbels) nahmen am Erdbebeneinsatz in Mexiko erfolgreich teil, und wurden u.a. mit einem Empfang im Rathaus geehrt. Insgesamt konnte die THW-Truppe 26 Überlebende bergen.

Das Jahr 1986 begann mit einer Versammlung der Helfervereinigung. Bei den Neuwahlen gab es keine Änderungen. Im Februar, über Karneval, gab es die ersten offiziellen Kontakte zu den Seekadetten aus Reigate und Banstaed, der Partnerstadt Eschweiler´s. Jane Fletcher und John Horner, Offiziere der Seekadetten, sprachen eine Einladung nach England aus.

Die Führungskräfte weilten im März zu einem Fortbildungsseminar in Ahrweiler. Die Kleidersammlung der Helfervereinigung brachte ein gutes Ergebnis. Von dem Erlös der Sammlung wurden u.a. Rettungssonden zur Ortung von Verschütteten angeschafft (Erkenntnisse aus Mexiko). Im Juni erfolgte der Gegenbesuch einer kleinen Gruppe in Reigate. Dort wurden die Kadetten auch zu einem Besuch in Eschweiler eingeladen.

Beim Landeswettkampf in Dortmund belegte die Jugendgruppe unter 20 teilnehmenden Gruppen einen hervorragenden 3. Platz. Auf der BAB wurde zerdeppertes Porzellan beseitigt, und auf dem Rursee eine Wasserdienstübung mit Schlauchbooten abgehalten. Die lokale Presse warnte vor einem falschen THW-Spendensammler. Günter Wagner, Bürgermeister, wurde Vorsitzender der Helfervereinigung.

Im Januar 1987 überreichte KB Albert Sturm den neuen Helfern die Urkunden der bestandenen Grundausbildung. Vor und während der Karnevalstage plagte Hochwasser der Inde mit 2,30 m Pegelstand die Helfer. Im April erfolgte der Besuch der Seekadetten. Sie wurden im Jugendheim Killewittchen untergebracht, in eigener Regie vom Ortsverband verpflegt, und ein Programm über die ganze Woche sorgte für viel Abwechslung. Im Mai brannte die Firma Soers Plastik. Für Eschweiler wieder ein Unglück an der Katastrophenschwelle. Die Feuerwehr wurde durch das THW kräftig unterstützt. Öffentlichkeitsarbeit wurde mit einem Stand auf der Drei-Länder-Eck-Schau betrieben. Das Jahr klang aus mit Übungen auf Ortsverbandsebene und der mittlerweile traditionellen Stabsrahmenübung in Raffelsbrand.

Im Frühjahr 1988 brachte eine Kleidersammlung der HV erneut ein gutes Ergebnis. Im Juli erfolgte ein Besuch in England aus Anlass des 50jährigen Bestehens des "Reigate Sea Cadet Corps". Mit einem Kombi und einem GKW setzten ca. 20 Junghelfer und Aktive über den Kanal, erlebten ein schönes Wochenende in Reigate mit höchstem Besuch (Admiral der Flotte) und anschließend einen Badeurlaub an der englischen Küste. Aber auch die übrigen Helfer waren aktiv und absolvierten im Juli eine zwei Tageübung auf Zugebene. Im Sommer gab es eine lange Diskussion über den Fortbestand des THW. Aber insgesamt war es laut Presse ein ruhiges Jahr.

Die Helfervereinigung gab dem OV im März 1989 auf der Jahresversammlung eine Finanzspritze zur Anschaffung von neuen Geräten. Im Juni fand eine Übung aller Kat-Schutz-Organisationen im ESW-Röhrenwerk statt. Hierzu eine kurze Anmerkung: Man liest, auch hier in dieser Festschrift, hier eine Übung, dort eine Übung, aber auch diese Übungen zum Wohl unserer Mitbürger müssen organisiert und geplant sein. Oftmals ein größerer Aufwand als ein ?Realeinsatz?. Im September wurde für das Fanfarenfest eine Bühne von 28 m Länge und 4 m Breite auf dem Marktplatz gebaut.

Im April 1990 gab der Bundesinnenminister einen bundesweiten Einsatzbefehl für das THW. In den sturmgeschädigten Eifelwäldern war der Baumbestand durch Borkenkäfer gefährdet, und so mussten große Flächen von umgestürzten und beschädigten Fichten etc. entzerrt werden. Insgesamt 21 THW-ler aus Eschweiler kämpften sich so innerhalb von 14 Tagen durch den Mützenicher Wald.

Thomas Kraus, ein damals 21jähriger Helfer des OV`s weilte mit dem OV Stolberg 14 Tage in Oravita/Rumänien, um dort ein längst überfälliges Kinderheim zu renovieren. Er war noch lange Zeit von diesen unmenschlichen Zuständen mitgenommen. Aber das Leben geht weiter und hier bei uns war im Sommer ein GKW Mittelpunkt der Stadtranderholung der Arbeiterwohlfahrt. Besuch aus Schneeberg in der ehemaligen DDR war bei der Feuerwehr. Im Programm war ein Abend beim THW vorgesehen, und die Kollegen waren erstaunt über unsere Ausstattung. Die Stabsrahmenübung, erst und letztmalig in Nideggen, bildete den Abschluss des Jahres.

 

(Borkenkäfereinsatz im Mützenicher Wald)

Aus dem Jahre 1991 ist eigentlich nicht viel zu melden. Erwin Emmerich und Arnold Willecke waren als Fahrer auf einem der ersten Hilfstransporte in die ehemalige UdSSR nach Moskau eingeteilt. Per Funk wurde die Kleidersammlung durchgeführt. Nach längerer Zeit wurde noch mal ein Kameradschaftsabend durchgeführt, und die Abschlussprüfung der Grundausbildung brachte den Ortsverbänden im Kreis Aachen 22 neue Helfer (die gesamte Grundausbildung innerhalb des Kreises Aachen wurde seit 1981 zentral vom OV Eschweiler durchgeführt).

"Ein frisches Bett für Lurche", so lautete die Überschrift eines Presseberichtes in dem man das Auspumpen eines Biotops im Februar 1992 schilderte.

Kreisbeauftragter Albert Sturm flog als Koordinator in das türkische Erdbebengebiet im Raum Erzican. Im Rathaus wurde im April eine Bilderausstellung über die Arbeit des THW gezeigt. Knapp an einer wirklichen Katastrophe vorbei ging es in der Nacht zum Pfingstsamstag. Ein Tanklastwagen mit 24.000 Liter Benzin war auf der BAB umgestürzt und der Inhalt begann auszulaufen. Von Freitagnacht bis Pfingstsonntag war die Autobahn gesperrt. Das die Zusammenarbeit der 30 THW'ler mit der Feuerwehr so gut funktionierte war u.a. auch das Ergebnis von 10 jähriger praktischer gemeinsamer Ausbildung. Dieses Ereignis feierte man am 12.06.1992 mit einer kleinen Übung und anschließendem gemütlichen Teil.

Im Juli startete ein Hilfstransport unter Leitung von Franz Pastor ins weißrussische Minsk. Acht Helfer und ein Dolmetscher waren sieben Tage unterwegs um medizinisch technische Geräte für Kinderkliniken zu transportieren. Mit der ganzen Welt verbunden waren die THW-Funkamateure auf dem Stand der Drei-Ländereck-Schau.

Gustav Schnittger von der Geschäftsstelle Aachen übergab im Februar 1993 einen neuen Mannschaftstransportwagen (Kombi). Etwas Sorge machte die Jugendgruppe. Nur noch vier Jugendliche scharten sich um Ulrich Brocks.

Mit dem Rekordergebnis von 20 Tonnen wurde die diesjährige Kleidersammlung der Helfervereinigung abgeschlossen.

Der OV bestand 40 Jahre. Zum ersten Male leitete die HV einer außerorganisatorischen Stelle einen Scheck zu. Das St. Josefs-Kinderheim bekam von Bürgermeister Günter Wagner einen Scheck für die Jugendarbeit. Zum 40-jährigen fand eine obligatorische Geräteausstellung in der Fußgängerzone statt und der Kommers in der Cafeteria des Rathauses. Die anwesende Prominenz, wie Landrat, MdB´s und Kameraden aus Wittlich und Mönchengladbach spendeten Beifall als einige verdiente Helfer mit Helferzeichen und Plaketten geehrt wurden. Im gleichen Monat weilte die Jugendgruppe, verstärkt mit Jugendlichen aus Stolberg, in unserer Partnerstadt Reigate. Für Wolfgang Friebe und Heinz Werner Bodelier brachte der Dezember noch eine hohe Ehrung. Helmut Kellner, stellv Landesbeauftragter, zeichnete beide mit dem Ehrenzeichen in Bronze aus. Der Fernmeldezug und andere Helfer verbrachten Weihnachten beim Rheinhochwasser in Köln.

Der Januar 1994 begann mit einem Einbruch in die Unterkunft Weisweiler und dem Diebstahl der Computeranlage. Im Stadtwald wurde eine Schutzhütte von Grund auf renoviert. Die Grundausbildungsprüfung, diesmal 26 Helfer, fand im Juni statt, und bei über 30 Grad im Schatten übten 23 Helfer und Jugendliche an der Katastrophenschutz-Schule in Wesel. Der Aufbau von neuen Spielgeräten im Auftrag der Stadt war für Juli angesetzt. Diebstahl bei Kleidersammlungen war ein Thema zu dem sich die Vertreter von ortsansässigen Hilfsorganisationen im August zusammen setzten. Im Oktober wurden nochmals Spielgeräte aufgebaut, und die Kirmesbesucher konnten Dank des OV's bei hellem Licht den Weg zum Driesch finden.

In diesen Tagen begannen auch Gespräche und Diskussionen um die Umstrukturierung des THW nach dem Konzept THW 2000.

Im Januar 1995 las man in der überörtlichen Presse vom Neukonzept 2001, wonach 20.000 Stellen im THW abgebaut werden müssten. Dem nicht zum Trotze standen aber auch Helfer aus unserem OV beim Hochwasser der Maas in Limburg/Nl ihren Mann. Der Bürgermeister von Maastricht bedankte sich persönlich bei den Helfern aus der Nachbarregion. Unter Anleitung von Schirrmeister Walter Litzba bauten einige Helfer ein Notstromaggregat welches schon bei einer Übung an der Katastrophenschutz-Schule in Ahrweiler eingesetzt wurde.

KB Albert Sturm war von Juli bis August als Bauleiter eines Kinderkrankenhauses in Perm am Ural / ehem. UdSSR. Die gleiche Aufgabe erfüllte auch unser ehemaliger Helfer und derzeitige Geschäftsführer Wolfgang Friebe.

Die Helfer machten sich aber auch erneut für unsere Stadt nützlich, und errichteten am Schwarzen Berg eine Naturtreppe. Rene Bracke wurde neuer Jugendleiter. An einer Ausstellung des BVS in der Berufsschule war auch unser OV beteiligt. Bei einer Helfervereinsbesprechung im August gab OB Pastor erstmalig einen Sachstandsbericht zum Bau einer neuen Unterkunft. Es hatte sich ein Investor gefunden. In der Eifel übte der OV zusammen mit dem DRK und in Eschweiler fand ein Seminar für die Öff-Helfer auf Regierungsbezirksebene statt. Auch in der Presse erschienen jetzt konkrete Angaben zum Bau der neuen Unterkunft.

Es wurde 1997, Franz Pastor war im Februar 40 Jahre im THW. Auf der Autobahn verunglückte ein LKW mit Papierrollen. Am 24. Februar wurde am Florianweg Richtfest gefeiert. Da der Ortsbeauftragte Pastor in Kur weilte übernahm Heinz-Werner Bodelier die Organisation, und konnte auf der Veranstaltung reichlich Prominenz begrüßen und es wurden verdiente Helfer des Ortsverbandes ausgezeichnet. So erhielt Franz Pastor für seine 40-jährige Tätigkeit durch den stellv. Direktor des THW, Karl Hans Lutz das Ehrenzeichen in Gold und Heinz-Werner Bodelier das Ehrenzeichen in Silber. Eine eindrucksvolle Laudatio hielt Stadtbrandmeister a.D. Hubert Kaldenbach. Im August kam dann die langersehnte Einweihung der neuen Unterkunft. In einem zweitägigen Fest wurden alle Register welche zu so einem Event notwendig sind gezogen. Von der Vorbereitung, (Plakate, Programme, Organisation der Einweihung, auch Kirchlicherseits), bis hin zu den Aufräumungsarbeiten brachte das Ganze viel Arbeit.

Im September war der OV trotzdem auf der Drei-Ländereck-Schau vertreten.

Beim Brand der A+C Plastik im März 1998 in Weisweiler unterstützte der OV die Kameraden der Feuerwehr mit Licht, Strom und Atemschutzflaschen.

  

 (Bild der neuen Unterkunft Florianweg kurz vor der Einweihung)

Nach 18 Jahren fand an der Spitze des Ortsverbandes ein Wechsel statt. Arnold Willecke seit 23 Jahren im OV übernahm von Franz Pastor das Amt des Ortsbeauftragten. Landesbeauftragter Dr. Schliwienski hatte es nicht lassen ihm persönlich die Amtsgeschäfte zu übertragen. Das Ehrenzeichen in Bronze erhielten Walter Litzba und Friedhelm Heckmann. 33 Helfer bestanden Grundausbildung. Wolfram Seegers vom Landesverband zeigte den Führungskräften der Feuerwehr die neuen Strukturen des THW auf. Im November kam ein Einsatzauftrag wegen Hochwasser des Rheins.

Nach einer weiteren Kleidersammlung im März, feierte im Mai 1999 Heinz-Werner Bodelier seine 40jährige Mitgliedschaft im THW. Die Verschalung an einer Eisenbahnbrücke musste um 5 Zentimeter angehoben werden. Auch dies schaffte das THW. 230 Helfer von Feuerwehr, THW und städtischen Stellen standen bei einem Hochwasser in Nothberg im Einsatz. Bei einem Großeinsatz in der Eifel wurden an der Oleftalsperre von mehreren OV`s ca. 30 Kilometer Schlauchleitungen gelegt.

Für den Jahrtausendwechsel 1999/2000 standen wie in allen öffentlichen Einrichtungen auch 20 Helfer des Ov´s in der Unterkunft in Bereitschaft. Aber es geschah Gott sei Dank nichts. Die Helfervereinigung übergab 2 neue Tauchpumpen mit einer Förderleistung von 1300 Liter in der Minute. Im März fand nochmals nach einiger Zeit eine Bilderausstellung im Rathaus statt. 35 Bojen wurden im Blausteinsee verlegt. In der Volksbank erinnerte man mit einer kleine Schau an das 50jährige Bestehen der Bundesanstalt THW, und dies wurde auch mit einem Riesenfest in Berlin, an dem auch Eschweiler Helfer teilnahmen, gefeiert. Die Einweihung des "Logistikzentrums" in unserer Unterkunft am Florianweg bei der auch einige Helfer geehrt wurden beschloss das Jahr.

Mit einem Schrecken begann das Jahr 2001. In der Unterkunft war eingebrochen worden. Es wurde nicht all zu viel gestohlen, aber der Vandalismus ließ einen Schaden von zigtausend Mark entstehen. Feuerwehr und THW betrieben gemeinsam Ausbildung an Geräten wie z.B. dem Trennschleifer.

Durch Vermittlung von Bürgermeister Bertram schenkte die Telekom dem OV ein neues Faxgerät. Die Helfervereinigung war auch wieder spendabel und übertrug dem OV das erste Powermoon-Beleuchtungsgerät. Für das St. Josef-Heim wurde traditionell eine Bühne errichtet, und auf der EUREGIO-Ausstellung in Aachen war der OV mit Standpersonal vertreten. Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion besichtigten Unterkunft und Fahrzeuge.

Mit einer Fahrzeug- und Geräteausstellung wurde die Sammelaktion des DRK "Münzen für mehr Menschlichkeit" unterstützt. Bei dieser Aktion sollte vor der Euroeinführung das restliche ausländische Kleingeld der europaweiten Urlauber für einen guten Zweck gesammelt werden.

Am 27.10.2001 feierte Geschäftsführer Wolfgang Friebe seine 30-jährige ehrenamtliche THW-Mitgliedschaft und er erhielt in einer kleinen Feierstunde das THW-Ehrenzeichen in Silber. Diese zweithöchste Auszeichnung des THW wird nur selten an Hauptamtliche verliehen.

Im Dezember wurde Heinz Werner Bodelier, in letzter Funktion Redakteur der Landeszeitung, aus dem aktiven THW-Dienst verabschiedet. In einer Feierstunde im Rathaus der Stadt erhielt er aus der Hand des Landesbeauftragten das THW-Ehrenzeichen in Gold.

Ebenfalls im Dezember übernahm der Ortsverband als neues Einsatzfahrzeug einen GKW 1 der neuesten Generation als Ersatz für ein 21 Jahre altes Fahrzeug und stellte dies dann im Februar 2002 der FFW, Polizei, Stadt Eschweiler und der Presse vor. Dabei demonstrierte man ebenfalls die Wirkungsweise der neu vorhandenen Betonkettensäge.

Ende Februar 2002 erneuter Einbruch in die Unterkunft. Unter anderem wurden Atemschutzmasken und Handweitleuchten entwendet.

Bei der Jahreshauptversammlung der Helfervereinigung im März wird der Vorstand um Günter Wagner im Amt bestätigt.

Nur 6 Wochen nach dem Einbruch im Februar bekam die Unterkunft erneut ungebetenen Besuch. Eingedrungen über das Dach, wurde eine Musikanlage entwendet und mehrere Stahltüren beschädigt.

Anfang Mai waren 54 Paletten an festem und flüssigem Waschmittel vom Rande der Autobahn aus einem umgestürzten LKW zu bergen.

Vom 24.-26.05.02 fand unter der Leitung des OV Eschweilers eine Dreitagesübung aller ortsansässigen Katastrophenschutzeinheiten statt. 112 Mitglieder von FFW, DRK, JUH, MHD und THW übten auf dem ehemaligen Militärgelände Billinger Wald / Euskirchen.

4 neue Helfer stoßen im Juli 2002 nach bestandener Grundausbildung zum Ortsverband. Insgesamt bestanden 28 Helfer aus dem Kreis Aachen diesen Lehrgang.

Ende Juli nahmen 6 Helfer an einer internationalen Einsatzübung zusammen mit dem französischen Corps Mondial De Secours (CMS) im niedersächsischen Liebenau teil. Auf dem ehemaligen Militärgelände des 2.Weltkrieges konnten insgesamt 50 THW Helfer und 22 Franzosen in einer 3-tägigen Einsatzübung weitgehend realitätsnah üben.

Vom 19. bis 23. August krempelten 20 Helfer des OV in Torgau (Sachsen-Anhalt) die Ärmel hoch gegen die Fluten der Elbe. Über den bisher größten Einsatz der THW-Geschichte, rund 24.000 Helfer aus allen 665 Ortsverbänden wurden eingesetzt, berichtete die Presse intensiv.

Im Herbst des Jahres unterstützte man die Brückenbauaktivitäten zur Erneuerung der Omerbachbrücke "In den Benden".

Am 27.10. fegte Orkan "Jeanette" über die Indestadt und brachte wie auch der Großbrand am 23.11. bei der Fa. Wagner Einsatzstunden für das THW.

Im Jahre 2002 fielen insgesamt 11.490 Stunden bei den Männern und Frauen des Ortsverbandes an, davon 3.000 als Einsatzstunden (Elbehochwasser, Autobahn, Sturmschaden, Großbrand), 5.200 Ausbildungs- und Übungsstunden sowie 3.290 Stunden für Jugendarbeit und interne Dienste.

Bei der Jahreshauptversammlung der THW-Helfervereinigung am 28.03.2003 stand die Neuwahl des 1. Vorsitzenden an. Nach 16 ½ Jahren legte Günter Wagner aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. Zu seinem Nachfolger wurde Bürgermeister Rudi Bertram gewählt. Günter Wagner wurde für seine Verdienste um das THW zum Ehrenvorsitzender der Helfervereinigung ernannt und er erhielt aus den Händen von Geschäftsführer Friebe das THW-Helferzeichen in Gold.

Zum bisher erschütternsten Einsatz wurden die Helfer des OV Eschweiler am Abend des 30. März gerufen. Die Suche nach dem vermissten Geschwistern Tom und Sonja traf die Helfer völlig unvorbereitet. Mehrere hundert Helfer und Privatpersonen durchkämen die Halde an der Zechenstraße sowie anliegende Bereiche, doch keine Spur von den Kindern. 2 Tage später findet man Tom, 1 Woche später Sonja, beide tot, unfassbar. Viele der THW'ler sind selbst Väter und können es nicht fassen. Es bleibt nur zu wünschen, dass die leidgeplagten Eltern lernen können mit diesem Schicksalsschlag fertig zu werden und das die mittlerweile gefassten Täter ihrer gerechten Strafe zugeführt werden.

Anfang April gab es mal was Neues beim OV. In Inden wurde vom OV Bornheim ein Schornstein gesprengt. Die Eschweiler Jungs brachten am Vorabend 31 Bohrlöcher an und leuchteten dabei mit ihren Powermoons die gesamte Übungsstelle aus.

Dies gab es ebenfalls noch nie beim THW Eschweiler ? Ein Doppeleinsatz. Zunächst wurde man am 30. Mai nach einem Großbrand zur Unterstützung nach Jülich beordert um kurz danach zwecks Verstärkung der FFW zurückzueilen. Nach einem heftigen Gewitter waren Riffers- und Omerbach über die Ufer getreten und in den Südost-Stadtteilen drangen Schlamm- und Wasserfluten in dutzende Wohnungen und Keller.

Am 14. Juli erhielten 135 THW-Helfer des Kreises Aachen (20 aus Eschweiler) fast 1 Jahr nach dem Elbehochwasser aus den Händen von Landrat Meulenberg die Einsatzmedaille Fluthilfe 2002.

Am 21. Juli schlug ein Orkan eine Schneise quer durch die Stadt. Es begann um 22:35 und dauerte nur wenige Minuten, doch danach sah die Indestadt aus, als habe ein tropischer Hurrikan dort getobt. Neben rund 170 FFW-Leuten und 28 THW-Helfern aus Eschweiler wurden zu unserer Unterstützung auch 18 Kameraden aus Herzogenrath und 5 aus Stolberg eingesetzt. Ausleuchten der unzähligen Einsatzstellen, fällen einer Vielzahl von Bäumen und Ästen sowie diverse Pumparbeiten waren zur Unterstützung der Feuerwehr zu leisten. Wieder einmal konnte man die guten Kontakte zum Wohl der Bürger unserer Stadt ausspielen und zeigte das gemeinsames Handeln stark macht.

Vom 04.bis 10. August befand sich unser neuestes Fahrzeug, der GKW I, mit 2 Helfern bei der diesjährigen Einsatzübung des CMS in Frankreich.

Neben den bisher beschriebenen Aktivitäten in diesem Jahr beschäftigte den gesamten OV natürlich die Vorbereitungen zu den 50 Jahrfeierlichkeiten. Nach der offiziellen Feier am 13.09. im Ratssaal der Stadt Eschweiler möchte man die Ausstattung des THW Eschweiler bei schönstem Wetter am 20.09. auf dem Marktplatz den Bürgern unserer Stadt vorstellen.

In der Hoffnung auf positive Resonanz unserer Historie verbleiben die beiden Autoren mit kameradschaftlichem Gruß

 

Heinz-Werner Bodelier                                                                         Erwin Emmerich


PS: Der weitere chronologische Verlauf des OV Eschweiler kann dieser Internetpräsenz in den einzelnen Rubriken entnommen werden. Eine Zusammenfassung ist zunächst nicht weiter geplant.